Heilfasten: Die Schroth-Kur

Kur und Fastenkur

Eine Kur ist ein mehrwöchiges Heilverfahren zur Stärkung der Gesundheit und zur Nachbehandlung von Krankheiten. Sie ist also präventiv als Vorsorgekur und als Spezialkur zur Rehabilitation nach einem Krankenhausaufenthalt einzusetzen. Eine Heilfastenkur hat das Ziel, Blutdruck senkend, Herz-Kreislauf entlastend und entschlackend zu wirken. Die Gewichtsabnahme, die sich beim Heilfasten einstellt, ist ein positiver Nebeneffekt und nicht der Hauptzweck. Heilfasten sollte ein ärztlich überwachtes Fasten – totaler oder zeitweiser Verzicht auf feste oder flüssige Nahrung sowie auf Getränke und Genussmittel – sein, das über einen Zeitraum von maximal drei Wochen durchgeführt wird. Unter den zahlreichen Fastenkuren gilt die Schrothkur als sehr effektiv in Hinblick auf Darmentschlackung. Sie ist benannt nach einem Nichtmediziner namens Johann Schroth, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. Die Schrothkur hat also nichts mit dem Schrot, einem grob zerkleinerten Getreide zu tun, wie fälschlicherweise oft angenommen wird.

Was beinhaltet die Schrothkur?

Johann Schroth fand heraus, dass feuchte Wärme bei Schmerzen helfen kann. Ferner beobachtete er, dass Kühe, die krank waren, die Nahrungsaufnahme einstellten und nur wenig Wasser tranken. Dieses zur Gesundung führende Prinzip der Tiere übertrug er auf die Menschen. Sein Konzept, das heutzutage häufig in modifizierter Form angewandt wird, basiert auf vier Grundideen. Die Ernährung muss Reiz arm sein. Sie ist salz- und fast fettlos sowie Eiweiß reduziert. Das Trinken ist stark reglementiert: Es gibt Trockentage, an denen weniger als ein halber Liter Flüssigkeit getrunken wird. Des Weiteren wird zwischen großen und kleinen Trinktagen unterschieden.

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Übrigens darf Weißwein zu sich genommen werden. Über Nacht, beziehungsweise am sehr frühen Morgen, wird der Kurgast in feuchtkalte Tücher gewickelt. Er erhält eine sogenannte Schrothsche Packung. Auf Wunsch werden zur Erwärmung Wärmflaschen gereicht. Hinzu kommt ein maßgeschneidertes Programm, das eine Abwechslung zwischen Ruhephasen und Bewegung vorsieht.

Was bewirkt die Schrothkur?

Die Zufuhr der speziell ausgewählten, kalorienarmen Nahrungsmittel gewährt eine Darmreinigung. Auch die Zubereitung der Speisen – beispielsweise wird nur gekochtes Gemüse und gedünstetes Obst gereicht – entlastet den Darm. Das Wechseln zwischen Trocken-und Trinktagen soll den Drainageeffekt unterstützen. Die im Gewebe abgelagerten Schadstoffe sollen in das Blut (Sogwirkung an Trockentagen) transportiert werden. Mit viel Flüssigkeit an den Trinktagen werden diese ausgeschieden. Die kalte Packung entzieht dem Körper Wärme und zwingt ihn zu einer vermehrten Wärmebildung, das heißt, zu einer Erhöhung der Körpertemperatur. Die positiven Folgen sind, dass der Stoffwechsel erhöht wird, die Abwehrkräfte gesteigert werden und sowohl eine physische als auch psychische Beruhigung eintritt. Die Ruhephase, die an einem Trockentag eingelegt wird, gilt der körperlichen Entspannung und der Konzentration auf den eigenen Körper. Die Bewegung an Trinktagen unterstützt den Fettabbau und wirkt dem Eiweißabbau in den Muskeln entgegen. Das Zusammenspiel der vier Komponenten der Schrothkur soll bei verschiedenen Krankheitsbildern von Stoffwechselstörungen über Migräne bis zu Übergewichtsproblemen helfen.

Fazit

Die reduzierte Kost bedeutet für den Körper eine große Umstellung. Die Belastung für den Organismus kann erheblich sein, deshalb sollte jedes Fasten auch Teilfasten ärztlich kontrolliert werden. Die Untersuchung durch einen Arzt gewährleistet bei der Schrothkur, dass je nach medizinischer Indikation individuell die zu sich zunehmende Flüssigkeitsmenge angepasst wird. Eine Schrothkur ist auch für Alkoholiker geeignet, da statt Wein andere Flüssigkeiten – wie Wasser – getrunken werden können. Ob ein gesunder Körper überhaupt entschlackt werden muss, darüber streiten sich die Gelehrten. Fest steht, ein funktionstüchtiger Darm ist notwendig für die Gesundheit. Im Darm befinden sich schließlich mehr als die Hälfte der Abwehrzellen des Immunsystems. Eine Schrothkur betrifft den Menschen als ganzes Individuum. Der Körper und die Seele kommen zur Ruhe. Am besten lässt sich eine Schrothkur in einer Gruppe durchführen. Im Kreise gleich Betroffener fällt es leichter durchzuhalten und die erforderliche Selbstdisziplin aufzubringen, dieses ungewohnte Procedere durchzuführen.

Wichtig ist, dass der Mensch nach Beendigung der Kur einen Wohlfühlerfolg feststellen kann.

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